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Pro und Contra zu Wassernachbehandlungsgeräten, sog. Wasserenthärtern
Eine Zusammenfassung von Berichten der EMPA, der Stiftung „Warentest“ und anderen.

Der Kalkgehalt im Trinkwasser ist ein Dauerthema unter Sanitärfachleuten, Hausfrauen, Geräteherstellern usw. Während die Ablagerungen von Kalk in den Rohrleitungen, an Duschebrausen, an Auslaufsiebchen von Zapfstellen, an Boilerheizstäben, in Kaffeemaschinen und, und, und... berechtigterweise als negativ empfunden werden, hat der gelöste Kalk im Wasser auch seine positiven Seiten. Untersuchungen in Japan und in den USA ergaben eine Verringerung der Herz- und Kreislaufkrankheiten. Tests in England und in Deutschland konnten diese Feststellungen allerdings nicht bestätigen. Hingegen ist unbestritten, dass eine angemessene Was-serhärte die Zahn- und Knochenbildung günstig beeinflussen. Zu beachten ist aber, dass wenn der täglich benötigte Anteil an Kalzium mittels Trinkwasser aufgenommen werden müsste, der Mensch bei einem Wasser mit einer Gesamthärte von 35 frz. H° eine Tagesmenge von ca. 100 Liter zu sich nehmen müsste. Mit 1/2 Liter Milchkonsum pro Tag, kann der benötigte Kalziumanteil bereits zu 75 % gedeckt werden. Die Richtlinie der EU Staaten weisen auf eine Wasserresthärte nach der Behandlung von 15 frz. H° hin. Die neuesten SVGW Richtlinien in der Schweiz nennen 8 - 15 ° frz. H°

Der Härtegrad des Trinkwassers in Schübelbach, aber auch derjenige der umliegenden Werke, die ihren Bedarf über Grundwasserbrunnen decken, liegt allerdings namhaft höher, nämlich um 35 frz. Härtegrade. Dieser hohe Kalkgehalt verursacht denn auch die eingangs erwähnten Erscheinungen der Kalkablagerungen. Diese sind zwar in gesundheitlicher Hinsicht vollkommen unbedenklich, sie können aber lästig sein.

Wie kann man dem Übel, auch hinsichtlich Werterhaltung der Sanitärinstallation, vorbeugen ?

Folgende Möglichkeiten bieten sich an:

• Warmwasseraufbereitung auf eine Temperatur zwischen 60 und 63 °C einstellen. Dies in Bezug auf Legionellen). Verkrustete Duschebrausen und Auslaufsiebe in moderne Reinigungsmittel, ev. Essig einlegen und den Kalkansatz auf diese Art entfernen. Periodisch Boiler, ca. alle 5 Jahre, entkalken lassen. Bei Bedarf Rohrsysteme chemisch reinigen lassen (Ausnahmefälle). Wenig benutzte Zapfstellen wöchentlich einmal kurz öffnen.
• Falls eine Entkalkung als notwendig erachtet wird, bieten sich die sog. Ionenaustauscher an, deren kalkabscheidende Wirkung unbestritten ist. Mit solchen Geräten kann fast jeder beliebige Härtegrad eingestellt werden. Nachteilig sind die nicht unerheblichen Kosten (ca. 25 Rp. / m³ Wasser) und vor allem der Salzeinsatz der aus der Sicht der Umwelt nicht unbedenklich ist. Bei schlecht gewarteten Geräten können sich Biofilme oder landläufiger ausgedrückt, Bakterienplantagen bilden, die die Wasserqualität namhaft beeinträchtigen können. Dieser Gefahr kann durch Beigabe von Silberenthärtungsharz begegnet werden.
Eine gute Wartung ist jedenfalls Bedingung. Empfohlen wird ein Wartungsvertrag mit der Lieferfirma. Im Betrieb durchströmt das Wasser ein Gefäss mit harzähnlichem Granulat und gibt dabei seine Calziumionen ab; das Wasser wird weich. Ist das Enthärtungsharz mit diesen Calziumionen gesättigt, läuft ein automatischer Regenerierprozess ab. Es wird Kochsalzlösung durch die Anlage geführt das die abgelagerten Calzium- gegen Natriumionen austauscht und über die Kanalisation abführt. Hernach ist die Anlage wieder betriebsbereit und steht für den nächsten Zyklus bereit. Wasser, das auf diese Weise enthärtet wurde, wirkt sich nebst den oben erwähnten Nachteilen in verschiedener Hinsicht vorteilhaft aus. So wird beispielsweise bei Waschvorgängen weniger Waschmittel benötigt.

• Die oben erwähnten Nachteile sind bei den sog. Physikalischen Wasserbehand-lungsgeräten nicht vorhanden, sie arbeiten ganz ohne Einsatz von Regeneriermittel, sprich Kochsalz und zum Teil auch ohne jeglichen Energieeinsatz. Aber auch sie haben einen gravierenden Nachteil, die Wirkung ist höchst umstritten. Wissenschaftliche Tests, unter anderem auch an der EMPA in Dübendorf, konnten keine Wirkung nachweisen, die in der Praxis von Bedeutung wären. Trotzdem verzichtet man darauf, dieser Gerätekategorie jegliche Wirkung abzusprechen. Man hält fest und empfiehlt:

Die physikalischen Wasserbehandlungsgeräte vermindern den Kalkgehalt im Trinkwasser nicht. Dies ist auch nicht das Ziel dieser Geräte, sondern:

• Sie sollen den kristallinen Aufbau des ausscheidenden Kalkes derart beeinflussen, dass er sich nirgends festsetzt und somit ausgespült wird. Der Chemiker spricht dann von Calcit, der sich überall leicht entfernen lässt im Gegensatz zu Aragonit, der festhaftend ist.

• Beobachtungen in der Praxis lassen vermuten, dass dieses Ziel unter gewissen Bedingungen da und dort durchaus erreicht werden kann. Sind diese Bedingen nicht in allen Teilen gegeben, bleiben die Geräte wirkungslos. Leider ist es bis heute nicht gelungen, diese Bedingungen in einer wissenschaftlichen Studie festzulegen.

• Falls man daran gedenkt, in seinem Haus einen solchen Apparat einzusetzen, tut man gut daran, im Kaufvertrag ein Rückgaberecht mit Kostenrückerstattung während 12 Monaten zu verlangen und die Wirkung des Gerätes während dieser Zeit mittels tauglichen Methoden intensiv zu überprüfen. Auf diese Weise ist es möglich, sich im Falle eines Misserfolges weitgehend schadlos zu halten.

Siehe auch im Internet unter : www.svgw.ch











 
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